September 2009
9 posts
An alle anarchistischen / libertären / antiautoritären Ortsgruppen der Region*: Wir laden euch ein zu einem Delegiertentreffen in Karlsruhe. Wir möchten mit dem Treffen die Vernetzung der einzelnen Gruppen verbessern sowie Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit ermöglichen. Um die Fahrtkosten gering zu halten, ist es so gedacht, dass eine Gruppe eine geeignete Anzahl an Delegierten bestimmt, die sie bei dem Treffen repräsentiert, und dann die Gruppe über die Ergebnisse informiert. Wieviele Delegierte das sind, bleibt aber euch überlassen.
Fragen, die wir besprechen wollen, sind beispielsweise:
- Wie können die Gruppen in der Region besser zusammenarbeiten?
- Wie können wir sicher und effektiv kommunizieren? (E-Mail etc.)
- Wie können wir inhaltliche Arbeit zu bestimmten Themen machen?
- Ist langfristig eine Art Regionalföderation sinnvoll und machbar?
- …
- [euer Tagesordnungspunkt hier]
Termin, Ort und mehr Informationen gibt es auf Anfrage bei uns unter lka at riseup dot net. (Das Treffen ist schon sehr bald!) Bitte meldet euch bei uns, wenn ihr teilnehmen wollt und schreibt uns wie viele Leute ihr ungefähr schickt. Für Verpflegung wird gesorgt. Wir freuen uns auf Besuch!
* dazu gehören z.B. Freiburg, Offenburg, Neustadt a.d.W., Strasbourg, … also Region im weitesten Sinne, sodass der Anreiseweg noch im Rahmen des Möglichen ist.
![]()
Das Leben mit der “Mauer” ist für die palästinensische Bevölkerung mit Schikanen und Behinderungen verbunden. (So verlängert sich z.B. die durchschnittliche Fahrtzeit eines Krankenwagens zum nächsten Hospital von 10 auf 110 Minuten.) 2004 entschied der Internationale Gerichtshof, dass der Bau der Barriere gegen internationales Recht verstößt. Ein Zitat aus einem UN-Report von 2005:
…it is difficult to overstate the humanitarian impact of the Barrier. The route inside the West Bank severs communities, people’s access to services, livelihoods and religious and cultural amenities. […] This has led to considerable anxiety amongst Palestinians about how their future lives will be impacted…The land between the Barrier and the Green Line constitutes some of the most fertile in the West Bank. It is currently the home for 49,400 West Bank Palestinians living in 38 villages and towns.
Die AATW organisieren gemeinsam mit palästinensischen Gruppen gewaltfreien zivilen Widerstand und versuchen in direkten Aktion die Barriere zu durchbrechen. (Video weiter unten) Konfrontationen mit der israelischen Armee und militanten Siedlern sind dabei vorprogrammiert. Proteste und direkte Aktionen der Anarchisten wurden mehrfach mit Gewalt beantwortet, wobei mehrere Aktivisten verletzt wurden. Aufgrund der anhaltenden Repression müssen die Aktivisten auch beträchtliche Rechtskosten aufbringen.
Wer sich für den Nahostkonflikt, direkte Aktion und zivilen Widerstand interessiert, sollte sich die Veranstaltung nicht entgehen lassen. Hier die Ankündigung der Planwirtschaftler:
HeyHo!
Wir freuen uns, Euch auf folgende Veranstaltung aufmerksam machen zu können:
Info- und Benefizveranstaltung
mit Omer Sharir aus Israel
am Montag den 05.10.09 in der Planwirtschaft,
Werderstr. 28, Karlsruhe Südstadt
Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
Als Referent von 'Anarchists Against the Wall' (AATW) ist Omer Sharir bei
uns zu Gast. Omer wurde 1987 in Jerusalem-Alquds geboren und studiert dort
an der 'Hebrew University' Soziologie.
Er ist bereits seit einigen Jahren aktives Mitglied bei AATW, die seit
2003 gemeinsam mit Palästinenser_innen aus der West Bank Widerstand und
direkte Aktionen gegen den Bau der Mauer und die Besetzungen leisten. AATW
sind aktiv gegen die Hauszerstörungen in Ost Jerusalem, sie
unterstützen Kriegsdienst-verweiger_innen in Israel und waren an den
Protesten gegen den Gaza Krieg beteiligt.
AATW haben massive Probleme mit Gerichtskosten u.Ä. und würden sich über
unsere finanzielle Unterstützung freuen.
mehr Infos unter www.awalls.org
Anläßlich der Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2008 an
"Anarchists against the Wall" schrieb das Kuratorium der Internationalen
Liga für Menschenrechte:
"Sie stehen beispielhaft für den gewaltfreien Widerstand gegen die von
Israel errichtete Trennungsmauer auf palästinensischem Land sowie für
Standhaftigkeit in vielfältigen Graswurzelaktionen von Palästinensern,
Israelis und internationalen Unterstützerinnen und Unterstützern gegen die
israelische Besatzung der Westbank und des Gazastreifens.
Sie praktizieren eine Kultur, die eine gemeinsame Zukunft ohne
Ausgrenzuung und Zerstörung vorwegnimmt und demonstrieren bewusst, dass
ein Zusammenleben in Freiheit und Frieden möglich ist. Sie vertreten ihre
Sache auch konsequent auf der internationalen Bühne: So hat das
palästinensische Dorf Bil’in zwei kanadische Immobilienunternehmen vor dem
Obersten Gerichtshof von Quebec wegen Beteiligung an Bauvorhaben in der
Siedlung Modi’in Illit verklagt, die zu einem großen Teil auf dem Boden
Bil’ins errichtet wurde.
Die Gruppen wurden von jungen Aktivisten und Aktivistinnen etwa zeitgleich
gegründet :
- Die „Anarchisten gegen die Mauer“ im Jahre 2003 als Antwort auf die
israelische Errichtung der Mauer
- Das Bil’iner Bürgerkomitee entstand im Dezember 2004 als Reaktion auf
den von Israel geplanten und inzwischen vollständig gebauten Sperrzaun,
der das Dorf von 60 Prozent seiner Felder und Olivenhaine trennt.
Beide Organisationen verdanken ihre Wirkung in der Öffentlichkeit Israels
und Palästinas ihrer parteipolitisch unabhängigen, selbstbestimmten,
transparenten und gewaltfreien Praxis. Ihre gemeinsamen, vom Bil’iner
Bürgerkomitee seit Februar 2005 ausnahmslos an jedem Freitag organisierten
Demonstrationen am Sperrzaun von Bil’in, haben zur Entstehung eines
breiten internationalen Solidaritäts- und Schutznetzwerks geführt.
Israelische Grenzsoldaten feuern dort regelmäßig aus nächster Nähe
Tränengaskartuschen, gummiummantelte Stahlgeschosse und neuerdings
Gestankgeschosse ab. Sie schrecken selbst nicht davor zurück,
Demonstranten und Demonstrantinnen – zum Teil schwere – Körperverletzungen
zuzufügen.
Das Kuratorium der Internationalen Liga für Menschenrechte verbindet mit
der Nominierung der „Anarchisten gegen die Mauer“ sowie des „Bil’iner
Bürgerkomitees“ die Überzeugung, dass die Zivilcourage, mit der sie
Behinderungen und Gefahren im Interesse des gemeinsamen Engagements für
eine lebenswerte Zukunft überwinden, für die universelle Verwirklichung
der Ideale der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vorbildlich und im
Zeitalter der Globalisierung über die Grenzen Israels und Palästinas
hinaus bedeutsam ist."
--
Soziale Kämpfe
www.sk.organisiertelinke.org
![]()
Am Vortag der Bundestagswahl den 26.09 wird unter dem Motto „Unsere Wahl: Soziale Revolution“ zu einer antikapitalistischen Demonstration aufgerufen. Die Demo ist unangemeldet und startet um 14.00 am Paradeplatz in Mannheim.
Am 4. September versammelten sich an die 1200 Antifaschististinnen, Liksradikale und AnarchosyndikalistInnen zur antinationalen und libertären Vorabenddemo: “Nationalismus überwinden! Grenzen einreißen! Gegen Herrschaft, Volk und Vaterland!”.
Zur Demonstration aufgerufen hatte ein Bündnis bestehend aus der anarchistisch-syndikalistischen Jugend NRW (ASJ NRW), den Umsganze Gruppen NRW und dem antifaschistischen Impuls Dortund.