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Über uns

Wir gründeten die Libertäre Gruppe Karlsruhe mit dem Ziel, anarchistisch denkende Menschen zu vernetzen. Das Potential an libertär gesinnten Menschen in Karlsruhe und Umgebung ist nicht zu verachten, nur an organisierten Strukturen mangelte es seit längerem. Dieses Potential zu nutzen, sich zu organisieren und den Anarchismus als wichtigen politischen Bestandteil in die Öffentlichkeit zu tragen haben wir uns zur Aufgabe gemacht. [mehr]

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23 November 2010

Anarchismus weltweit: Buchvorstellung mit Sebastian Kalicha

Aufzeichnung vom 17. November 2010 in Karlsruhe [mp3]

“Generell hoffe ich, dass wir von zwei Aspekten wegkommen, die den Anarchismus oft prägen: Der erste ist der Glaube, dass der Kapitalismus dem Untergang geweiht ist, und wir nur darauf warten müssen, bis er zusammenbricht. Der Kapitalismus ist nicht dem Untergang geweiht, und er wird solange bestehen bleiben, bis einer großen Anzahl von Menschen klar ist, dass es eine realistische Alternative gibt. Davon müssen wir die Menschen überzeugen. Der zweite Aspekt ist der Fokus mancher AnarchistInnen auf die Konfrontation. Ich gebe den Anti-WTO-Protesten in Seattle im Jahr 1999 die Schuld dafür, dass sie den Leuten das Gefühl gegeben haben sie könnten sich mit dem Staat auf der Straße anlegen und gewinnen. In Wirklichkeit ist der Staat viel besser, wenn es um Konfrontation und Gewalt geht. Das ist sein Geschäft. Hin und wieder werden wir möglicherweise einen Erfolg erzielen, wenn der Staat unvorbereitet ist. Darauf können wir uns aber nicht verlassen. Wir müssen kollektive Strukturen aufbauen, wenn wir wirklich gewinnen wollen. Wir müssen unsere Ideale dabei in einfache Sprache formulieren, ohne komplizierte Rhetorik oder politischen Jargon. Militantes Gehabe und Arroganz müssen vermieden werden, und wir müssen uns bewusst sein, dass es nicht von heute auf morgen zu einem großartigen Wandel kommen kann. Der Anarchismus ist immer noch die beste politische Idee, die je erdacht wurde. Und zu versuchen diese Idee umzusetzen ist das Nützlichste, was wir mit unserer Zeit machen können. Letzten Endes ist die Vision für Neuseeland und die Vision für den Rest der Welt die Gleiche: Eine Gesellschaft zu verwirklichen, die aus demokratischen und autonomen Gemeinschaften besteht, die sich gemäß ihrer Bedürfnisse kollektiv organisieren.”

— Sam Buchanan, Wildcat Anarchist Collective Wellington, Neuseeland - Zitat aus “Anarchismus weltweit”

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9 November 2010

Matriarchate

Ein Vortrag von Andreas Fischer. Aufzeichnung vom 13. Oktober 2010 in Karlsruhe.

Wer sich mit der Entstehung von Herrschaft vor langer Zeit beschäftigt, stößt folgerichtig auf ganz andere Formen sozialen Zusammenlebens, als wir sie kennen. Thema des Vortrags sind vergangene und bis heute sich behauptende Matriarchate. Matriarchate waren bewusst egalitäre Gesellschaften – mit weit lebensfreundlicheren Kulten und Riten, als die lustfeindlichen Religionen es erahnen lassen. Matriarchate waren also nicht das Spiegelbild der Männerherrschaft und heuchlerischer Monogamie. „Macht, endlich Macht, endlich bin ich wer“, galt weder für Frauen noch Männer, Junge noch Alte. Korrekterweise muss man von Sammlerinnen und Jägern sprechen, analog von Ackerbäuerinnen und Viehzüchtern. Kleine Entscheidungen wurden an der Feuerstelle getroffen, große Entscheidungen in Versammlungen aller.

Missionare, Völkerkundler, Ethnologen und Ethnologinnen berichten über andere Lebensweisen. Teils zwischen den Zeilen gelesen, teils äußerst plausibel herausgearbeitet, wird aufgezeigt, dass es Menschen gab, die keinen Gefallen an der Herrschaft fanden. Im Mittelpunkt stehen die Werke der Philosophin und Anthropologin Heide Göttner-Abendroth über das Matriarchat. Ferner herangezogen werden die Autoren Gunnar Heinsohn, Christian Siegrist, Pierre Clastres und andere.


Weitere Aufzeichnungen von Vorträgen unserer Referenten

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1 September 2010

Anarchistisches Netzwerk Südwest gegründet

Gründungserklärung des Anarchistischen Netzwerks Südwest*

Wer sind wir?

Das An­ar­chis­ti­­sche Netz­werk Süd­west* ist ein Zu­­sam­­menschluss von li­­ber­tären bzw. an­ar­chis­ti­­schen Gruppen und Ein­­zel­­per­­sonen aus dem “süd­west­­li­chen” Teil des deutschsprachigen Raumes, also dem Saar­­land, Rhein­­land-Pfalz, Baden-Wür­t­tem­­berg, aber auch aus Ost­­frank­reich und der Nord­schweiz.

Die in diesem Netz­werk tä­tigen Gruppen eint das Ziel, eine so­­li­da­ri­­sche, re­­spek­t­volle, gewalt- und herr­­schafts­freie, also eine eman­­zi­pa­to­ri­­sche Ge­­sell­­schaft auf­­zu­­bauen.

Ein sol­ches Vor­­haben ist in den herr­­schenden Ver­­häl­t­­nissen nicht ohne wei­teres mög­­lich: Im Ka­pi­ta­­lismus stehen nicht die Be­­dür­f­­nisse aller Men­­schen, son­­dern einzig eine nach Profitma­­xi­­mie­rung aus­­ge­rich­tete Ver­­wer­tung aller Le­­bens­­be­reiche im Vor­­­der­­grund.

Um einer be­freiten Ge­­sell­­schaft näher zu kommen, müssen wir auch all­­täg­­liche Herrschaftsver­­häl­t­­nisse und -me­cha­­nismen wie Ras­­sismus, Se­­xismus und An­ti­­se­­mi­tismus und die Verflechtung von Staat, Na­tion und Ka­pital ge­­meinsam re­flek­tieren, ana­­ly­­sieren, kritisieren und letz­t­en­d­­lich als Ganzes über­­winden. Dabei bleiben wir nicht bei der Forderung nach we­­niger Ar­­beit, un­ein­­ge­schränktem Blei­­be­recht, bil­­ligem Wohn­raum oder kostenloser Bildung stehen, son­­dern for­­dern den ge­­sell­­schaft­­li­chen Reichtum für alle.

Was ma­chen wir?

Das Netz­werk bietet die Basis für Ver­­­net­­zung, Aus­tausch, Dis­­kus­­sion, Re­flek­tion, das Zusammen­­kommen mit an­­deren An­ar­chist_innen und die Pla­­nung ge­­mein­­samer Ak­tionen, wie beispiels­­weise Ver­­an­­stal­tung(sreih)en, De­­mons­tra­tionen und Mo­­bi­­li­­sie­rungen. Durch den gemein­­samen Aus­tausch von Er­fah­rungen können wir un­­sere Theorie ver­­tiefen und die Praxis aus­weiten. Die in diesem Netz­werk ver­­­netzten Gruppen bleiben au­tonom. Das Netz­werk betreffende Entschei­­dungen werden auf mo­nat­­li­chen De­le­­gier­ten­treffen und in Rück­­sprache mit den dahinter­ste­henden Gruppen ge­troffen.

Wieso ein Netz­werk?

Wir haben uns be­wusst für ein Netz­werk mit of­­fenem Cha­rakter ent­­schieden, um an­­deren Gruppen und Ein­­zel­­per­­sonen eine leich­tere Teil­habe zu er­mög­­li­chen. In den ver­­­gan­­genen Jahren ist die Zahl an­ar­chis­ti­­scher bzw. li­­ber­tärer Gruppen ge­rade im Süd­westen* stetig gestiegen, eine Ver­­­net­­zung gab es je­­doch nur ver­­ein­­zelt. Auch um be­s­te­hende oder kom­­mende Struk­turen zu mo­ti­vieren, den Auf- und Ausbau dieser so­­li­da­risch zu be­gleiten und Gruppen in “Struk­tur­schwa­chen” Re­­gionen or­­ga­­ni­sa­to­ri­­sche Un­ter­­stüt­­zung zu­­kommen zu lassen, haben wir das An­ar­chis­ti­­sche Netz­werk Süd­west* ge­­gründet.

*Uns ist be­wusst, dass wir uns durch un­­sere Na­­mens­­ge­­bung in ge­wisser Weise räum­­lich und sprach­­lich ein­schränken, was uns als Netz­werk aber hilft, ar­­beits- und ak­ti­­ons­­fähig zu bleiben. Wir streben je­­doch eine Ver­­­net­­zung mit Netz­werken und Gruppen aus an­­deren Regionen an.

An­ar­chis­ti­­sches Netz­werk Süd­west* im Au­­gust 2010

www.a-netz.org

info{at}a-netz.org

Im Anarchistischen Netzwerk Südwest sind Gruppen aus folgenden Städten organisiert:

Freiburg // Mannheim // Ortenau // Karlsruhe // Saarbrücken // Neustadt (Wstr.) // Ludwigsburg // Stuttgart

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31 July 2010

Ralf Dreis: Staatsbankrott in Griechenland - Teil 2: Fragen [68 min]

Aufnahme vom 14. Juli 2010 in Karlsruhe [Download]

Stichwörter:

  • Basisgewerkschaften
  • Generalstreik
  • Antiautoritäre Bewegung
  • Migranten
  • Terrorismus & Stadtguerilla
  • Sparmaßnahmen

< Teil 1: Vortrag

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26 July 2010

Die 5-Stunden-Woche

Referent: Olli

 Aufnahme vom 19. Mai 2010 in Karlsruhe [Download]

Die Ursache der Not, insbesondere in den nicht industrialisierten Ländern, sowie die Ursache dafür, daß wir heute 40 Stunden pro Woche und mehr arbeiten, liegt darin, daß heute 3/4 aller Weltbürger (Menschen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren) von den notwendigen güterwirtschaftlichen Arbeiten durch die Geldwirtschaft ferngehalten werden, so daß auch ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung der Massenarbeitslosigkeit unterliegt. Mit einer weltweiten Einbindung der Arbeitslosen in die Produktion, einer Verbreitung modernster umweltschonender Produktionsmittel zur Anhebung der Produktivität, der Abschaffung des eigentumsbasierten Handels und des Privateigentums an Grund, Boden und Produktionsmittel, sowie der Nutzung des Energieträgers Wasserstoff können wir mit nur 5 Stunden Arbeit pro Woche leben. Dies ist mit dem gleichen Luxus und Lebensstandard wie 1989 in der BRD möglich.

In Zusammenarbeit mit dem Föderverein Freie Bildung e.V. Mehr unter www.5-stunden-woche.de

Und das schrieb uns Darwin Dante zu diesem Vortrag:

Liebe Leut’,

ich habe mir den Vortrag angehört und muss schreiben, dass er mir sehr gut gefallen hat. Herzlichen Glückwunsch.

Besonders gut hat mit gefallen, dass Olli sehr eigene und persönliche Dinge in den Vortrag mit eingebaut und durch zahlreiche Beispiele inhaltlich ergänzt hat. Sehr gut hat er auch die Schwachpunkte meiner Darstellungen aufgezeigt und den Zuhörenden dennoch sehr vielseitig plausibelisiert. Durch die reichhaltigen Beispiele und seine Verknüpung mit neuen Gesichtspunkten ist dieser Vortrag ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der 5-Stunden-Woche.


Als besonders gut empfinde ich, wie Olli in seinem Vortrag immer wieder den Bogen zu den eigentlichen Ursachen schlägt, wer im Kapitalismus aus welchen Gründen kein Interesse an der Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung besitzt.

Olli hat recht. Wenn meine Arbeit heute, mit den von ihn benannten Beispielen noch einmal überarbeitet werden würde, käme weitaus weniger als eine 5-Stunden-Woche heraus.

Als ich damals die Arbeit begann, war ich selbst überrascht, wie einfach und schnell sich der Nachweis mit ein wenig Mühe und Hartnäckigkeit erbringen lässt. Ich selbst erschrag vor der geringen Menge an Arbeit, die als Ergebnis einer güterwirtschaftlichen Betrachtung für die damalige Lohnarbeit herauskam. Die Folge war eine Herausnahme wichtiger Teilberechnungen. Meine Frage war:” Wer wird mir über den schmalen Grad der 5-Stunden-Woche hinaus folgen, wenn mir schon jetzt bei der 5-Stunden-Woche kaum noch jemand glaubt?”

Ollis Einwand mit der Rustung ist vollkommend zutreffend. Schätzungsweise 1/5 der industriellen Produktion erfolgt für die Rüstung. Dies lässt sich jedoch nur schwer anhand des Statistischen Jahrbuches nachweisen, da die Zahlen für die Rüstung überall unter artfremden Rubriken versteckt werden. Hätte ich diesen Punkt mit einbezogen, so hätte das Buch ein Vielfaches seines jetzigen Umfangs besessen, da ich für alle Punkte einen Nachweis hätte führen müssen. Das mir damals vorliegende statistische Material gab einen einfachen unmittelbaren Nachweis nicht her, so dass ich in Anbetracht der sowieso schon
sehr niedrigen Ergebnisse keine Angriffsfläche durch die Einbeziehung schwer zu überprüfender Zahlen bieten wollte und so den Weg des geringsten Widerstandes wählte. So ließ ich diesen Punkt einfach aus. Ich beschränkte mich auf die einfach zu führenden Nachweise für den Kern meiner These, wobei ich mir durchaus darüber bewusst war, dass gerade in den unerwähnten Bereichen noch ein gewaltiges Entwicklungspotential steckt.

Ähnliches gilt für die Reproduktionsarbeiten, den LKW-Reimportverkehr über die Alpen, die durch Überarbeitung ausgelössten medizinischen Rehabilitationen, die Reise der schottischen Nordseekrabben und vieles mehr.

Liebe Grüße

Dante
(Förderverein Freie Bildung)

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19 July 2010

Die Religion der Arbeit

Referent: Markus Kirste

 Aufnahme vom 12. Mai 2010 in Karlsruhe [Download]

Was ist Arbeit? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Gibt es ein Leben außerhalb der Arbeit? Ist unsere Gesellschaft ohne Arbeit denkbar? Ausgehend von der geschichtlichen  Bedeutung der Arbeit, ihrer Gegenwart und ihrer Bedeutung für die Zukunft erschließt Markus Kirste anhand von historischen und zeitgenössischen Texten ihren gesellschaftlichen Stellenwert. Zugleich knüpft sich daran eine Kritik über die derzeitige Situation des Vollbeschäftigungsmantras, das aus den Mündern mündiger und entmündigter Bürger sprudelt, an. Eine nicht versiegen wollende Quelle des Überflusses, die von den Herrschenden (Verhältnissen) abgeschöpft wird. Im alphabetischen Remix der Minderheiten dabei: Hannah Arendt, Oscar Wilde, Erich Fromm, Günther Moewes, Friedrich Engels, Raoul Vaneigem und andere mehr…

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12 July 2010

Beitragen statt Tauschen

Referent: Christian Siefkes

Aufnahme vom 11. Mai 2010 in Karlsruhe [Download]

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Diese Produktionsweise hat ausgereifte Betriebssysteme wie GNU/Linux sowie unzählige andere Freie Softwareprogramme hervorgebracht. Auch riesige Wissenssysteme wie die Wikipedia, eine große Bewegung Freier Kultur, und die sogenannte Blogosphäre – ein neues, dezentralisiertes Medium für die Verbreitung und Diskussion von Nachrichten und Wissen – sind auf ihrer Grundlage entstanden. Bislang wird diese neue Produktionsweise – Peer-Produktion genannt – allerdings nur bei Informationsgütern praktiziert.

Ist eine Gesellschaft möglich, in der Peer-Produktion die dominierende Produktionsweise ist? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, wo die Bedürfnisse, nicht der Profit bestimmen, was und wie produziert wird? Wo es keinen Bedarf gibt, irgendetwas zu verkaufen, und somit auch keine Arbeitslosigkeit? Wo Konkurrenz eher ein Spiel ist als ein Kampf ums Überleben? Wo es keinen Unterschied mehr zwischen Menschen mit und Menschen ohne Kapital gibt? Eine Gesellschaft, die keine Knappheit braucht und in der es dumm wäre, Ideen und Wissen geheim zu halten statt sie zu teilen?

Dr. Christian Siefkes ist Informatiker, Autor des Buches “Beitragen statt Tauschen” und Blogger unter www.keimform.de.

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5 July 2010

Aufnahme vom 28. April 2010 in Karlsruhe [Download]

Leiharbeit
Referent: Thomas Schupp

In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Leiharbeitsbranche auf über 600 000 vervielfacht. Im Rahmen der Agenda 2010 wurde das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geändert. Jeder kann heute eine Leiharbeitsfirma gründen und sich Arbeitskräfte zu Niedriglöhnen vom Arbeitsamt zuweisen lassen. Die Arbeitsbedingungen sind teilweise unbeschreiblich miserabel. Elementare Rechte werden verweigert, gearbeitete Zeiten werden nicht angerechnet, entleihfreie Zeiten werden nicht bezahlt, bzw. vom Urlaub abgezogen, Lohnbetrug scheint nicht selten vorzukommen. Die Leiharbeit ist der einzige Wirtschaftsbereich, in dem Tarifverträge dazu abgeschlossen wurden, die Beschäftigten schlechter zu stellen, als es das Gesetz vorschreibt. Die Dumpingtarifverträge der DGB-Gewerkschaften und des Christlichen “Gewerkschafts”bundes (CGB) dienen allein dem Zweck “equal pay – equal treatment”, also gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen wie in den Entleihbetrieben, zu verhindern.

Thomas Schupp ist Diplom-Soziologe und aktiv in der FAU Frankfurt.

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4 July 2010

Audio für das Ende der Lohnarbeit…

Schon wieder Montag? Keine Sorge: Ab sofort wird hier an den nächsten Montagen eine Aufnahme aus unserer Veranstaltungsreihe für das Ende der Lohnarbeit erscheinen.

  1. Leiharbeit
  2. Beitragen statt Tauschen
  3. Die Religion der Arbeit
  4. Die 5-Stunden-Woche
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8 May 2010

[12.05. 19:00] Die Religion der Arbeit

12. Mai, 19:00 Uhr | Viktoriastr. 12
Die Religion der Arbeit
Vortrag & Diskussion
Markus Kirste

Was ist Arbeit? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Gibt es ein Leben außerhalb der Arbeit? Ist unsere Gesellschaft ohne Arbeit denkbar? Ausgehend von der geschichtlichen  Bedeutung der Arbeit, ihrer Gegenwart und ihrer Bedeutung für die Zukunft erschließt Markus Kirste anhand von historischen und zeitgenössischen Texten ihren gesellschaftlichen Stellenwert. Zugleich knüpft sich daran eine Kritik über die derzeitige Situation des Vollbeschäftigungsmantras, das aus den Mündern mündiger und entmündigter Bürger sprudelt, an. Eine nicht versiegen wollende Quelle des Überflusses, die von den Herrschenden (Verhältnissen) abgeschöpft wird. Im alphabetischen Remix der Minderheiten dabei: Hannah Arendt, Oscar Wilde, Erich Fromm, Günther Moewes, Friedrich Engels, Raoul Vaneigem und andere …

Markus Kirste ist Urenkel eines Gewerkschaftsführers, Begründer des Kritischen Hedonismus und Liebhaber von Chateau-Margaux-Weinen.

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6 May 2010

Deportation Airpark: Aufruf der Libertären Gruppe

Aufruf der Libertären Gruppe Karlsruhe zur antirassistischen Demo gegen Abschiebungen am 8. Mai 2010, Karlsruhe

Kein Mensch ist illegal – aber viele Gesetze sind inhuman

Im Frühjahr 2009 ergingen Rundschreiben zahlreicher deutscher Innenministerien an die zuständigen Ausländerbehörden: Noch in Deutschland lebende Personen aus dem Kosovo, die über keinen gesicherten Aufenthaltsstatus verfügen, solle die Abschiebung angedroht werden. Die unmittelbare Grundlage hierfür lieferte ein Rücknahmeabkommen zwischen der BRD und der neugegründeten Republik Kosovo. Allerdings ist die Entscheidung auch im weiteren Kontext einer menschverachtende, auf Abschottung ausgerichteten europäischen Migrationspolitik zu verstehen. Von den Abschiebungen betroffen sind bundesweit rund 15 000 Menschen, darunter ca. 10 000 Roma. Am 15. September 2009 erfolgte die erste Abschiebung mittels Charterflugzeug über den Baden-Airpark, und läutete eine neue Abschiebewelle ein.

Verantwortlich für die Abschiebungen im Raum Baden-Württemberg ist seit dem 1. Januar 2010 das Regierungspräsidium in Karlsruhe (Abteilung 8) bzw. die Außenstelle LAst (Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge). Im speziellen Fall der Kosovoflüchtlinge ist das Regierungspräsidium Karlsruhe für die Organisation und Durchführung der Deportationen aller Flüchtlinge aus dem südlichen Raum der Bundesrepublik verantwortlich. In Baden-Württemberg sind es allein schon 1 300 Flüchtlinge, denen die Abschiebung bevorsteht oder die teilweise schon abgeschoben wurden.

Um zu zeigen, dass diese Abschiebungen im Falle der Roma besonders tragisch und beschämend sind, reicht ein kurzer Blick in die Vergangenheit Deutschlands: Zu erwähnen ist nicht nur, dass Sinti und Roma unter der Nazidiktatur als „Zigeuner“ bzw. „geborene Asoziale“ verfolgt und mehr als 500 000 von ihnen dem Massenmord (unter Roma als „Porajmos“ bezeichnet) zum Opfer fielen; hinzu kommt auch die Tatsache, dass die Bundesregierung den Krieg in Jugoslawien maßgeblich vorangetrieben hat, welcher zur massenhaften Flucht der Roma und anderer Menschen unter anderem nach Deutschland führte. Trotz dieser Vergangenheit zögert die Bundesrepublik Deutschland nicht, die hier aufgebauten Existenzen bzw. in einigen Fällen sogar das Leben dieser Menschen durch eine Abschiebung zu gefährden. Denn im Kosovo angekommen leben sie dort meist in Armut, leiden unter Arbeitslosigkeit (ca. 90%), haben kaum Bildungsmöglichkeiten und kaum eine ausreichende medizinische Versorgung – ganz zu schweigen von der alltäglichen Diskriminierung und gelegentlichen Ausschreitungen gegenüber Roma, die aus ähnlichen Vorurteilen, entstehen wie sie auch in der BRD vorherrschen. Die Menschen werden in „ein Leben am Rande der Müllkippe“ abgeschoben, so ein Sprecher von Pro Asyl.

Auch wenn unser Hauptaugenmerk hier bei den von Abschiebung bedrohten Roma liegt, geht es uns um einen generellen Abschiebestopp aller von Deportation bedrohten Menschen und für ein bedingungsloses weltweites Bleiberecht. Wer hier leben möchte, der muss hier leben dürfen!

Volk und Nation – nichts als Konstruktion

Einmal ganz naiv betrachtet ist sowohl das Konzept als auch der konkrete Vorgang der Abschiebung brutal: Menschen werden gegen ihren Willen aus ihrem Umfeld gerissen und mit Gewalt an einen anderen Ort der Erde verfrachtet. Bei einigen Bürgern trifft das jedoch auf volle Akzeptanz: “Ausländer”, die die eigenen Nachbarn gewesen sein können, werden nun rechtmäßig in “ihr Land” zurückgeführt, denn schließlich können “wir” nicht alle aufnehmen. Welche Denkmuster müssen hier akzeptiert werden, bevor Deportationen akzeptiert werden können? Wer ist eigentlich “wir”?

Die Idee der Nation beruht auf zwei bewussten Irrtümern: Der „Einheit eines Volkes“ und dessen Bezug auf ein bestimmtes Gebiet. Beides sind, was sich durch die Geschichte belegen lässt, lose zusammengeflickte Konstrukte. Seit Anbeginn der Menschheit migriert diese und Menschengruppen verschiedenster Herkunft vermischen sich. Hier von verschiedenen, feststehenden Völkern zu reden ist doch sehr fragwürdig – ganz besonders im Falle des chaotischen Flickenteppichs aus ehemaligen Fürstentümern, den wir heute als Deutschland bezeichnen. Trotzdem führ das Konstrukt der Nation immer wieder zu Krieg, Verfolgung und Ausgrenzung. Insbesondere seit der „Wiedervereinigung“ Deutschlands sind verstärkt nationalistische Tendenzen in der Bevölkerung (z.B. Rostock-Lichtenhagen oder Mannheim-Schönau) ebenso wie in der Regierungspolitik (Verschärfung von Ausländer- und Asylgesetzen) zu beobachten.

Von guten und bösen Fremden

Nun wäre es zu einfach die Unmenschlichkeit, die Migrantinnen und Migranten erleben, nur auf einen plumpen Rassismus oder Nationalismus zurückzuführen. Neben der Herkunft spielt die wirtschaftliche Verwertbarkeit eine wichtige Rolle. Hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland sind selbstverständlich willkommen, da sie den “Standort Deutschland” stärken. So kann sich die Nation als liberal und weltoffen präsentieren und dabei vergessen machen, dass sie weiterhin eine Institution der Ausgrenzung und der Verschleierung ist. Ausgegrenzt werden müssen Migranten, aus denen kein Kapital geschlagen werden kann. Verschleiert werden muss die Spaltung der Gesellschaft entlang ökonomischer und politischer Machtunterschiede. Stattdessen wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl des nationalen Kollektivs propagiert, um einen zweifelhaften sozialen Frieden und eine Abwehrhaltung nach außen zu erzeugen.

Oft wird behauptet, dass viele Betroffene von Abschiebungen einen kriminellen Werdegang aufweisen oder zumindest einmal kriminell aufgefallen wären. Dass es sich bei vielen Verstößen dieser “kriminellen” Menschen oft lediglich um die Verletzung der Residenzpflicht oder ähnliches (also eine Straftat, die niemandem schadet) handelt, wird hierbei nicht erwähnt. Es fällt leicht, diese Menschen zu kriminalisieren und damit Akzeptanz oder zumindest keinen Widerspruch für die Abschiebungen zu ernten.

Grenzen auf für eine gerechtere Welt

Die Tatsache, dass Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft migrieren, stellt immer ein Problem für autoritäre Systeme dar. Die sowjetische Parteidiktatur löste das Problem, dass Menschen nicht mehr unter ihr leben wollten, indem sie die Ausreise streng kontrollierte. Ihr deutscher Ableger folgte diesem Beispiel und löste das Problem mit einem „antifaschistischen Schutzwall“. Und wie könnte die politische Elite Chinas den Spagat zwischen einem industrialisierten Osten und einem ländlichen Westen halten, wenn eine Milliarde Menschen die Freiheit hätten, ihren Wohnort frei zu wählen? Die “liberalen Demokratien” der Ersten Welt, angeblich so ganz anders, haben mit einem ähnlichen Problem zu kämpfen: Wie könnten die krassen globalen Ungleichheiten weiterexistieren, wenn alle Menschen der Welt die Freiheit hätten zu migrieren?

Migration wird bekanntlich durch ein Zusammenwirken von Push- und Pull-Faktoren bedingt: Push-Faktoren wie Krieg und Verfolgung treiben Menschen aus einer Region, Pull-Faktoren wie die Aussicht auf Wohlstand und politische Freiheit ziehen sie hin zu einer anderen. Beträchtliche Migrationsströme verlaufen heute ganz klar entlang des globalen Wohlstandsgefälles – ein Gefälle, von dem wir als Einwohner der reichen Staaten profitieren. Andere sind bedingt durch ökologische Krisen wie die Folgen der Erderwärmung – die sich verschärfen werden, solange wir nicht willens sind unsere Energiewirtschaft grundlegend umzustellen. Wieder andere sind das Resultat militärischer Konflikte – für viele dieser Konflikte tragen wir direkt oder indirekt Mitverantwortung. Und schließlich fliehen Menschen aus Staaten mit diktatorischen Regimen – Regime, die wir oft tolerieren und unterstützen, solange diese sich unseren Interessen gemäß verhalten. Es ist das Nicht-Sehen-Wollen solcher Zusammenhänge, die Aussagen hervorbringt wie “Deutschland könne ja schließlich nicht alle aufnehmen.”

Bewegungsfreiheit ist ein Menschenrecht

Wir sprechen dem Staat also das Recht ab Migranten zu sortieren, abzuwehren, zu inhaftieren oder zu deportieren. Globale Bewegungsfreiheit ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen ausbeuterischen und unterdrückerischen Verhältnissen entfliehen können, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie ist auch die Voraussetzung dafür, dass wir die Zustände von Armut, Hunger und Krieg – für die wir mitverantwortlich sind – endlich ändern, statt uns vor ihnen abzuschotten. Sie steht im Widerspruch zu den willkürlichen Kategorien von Volk und Nation. Globale Bewegungsfreiheit ist ein Menschenrecht. Wir weigern uns still zu sein und die Augen zu schließen, wenn der Staat per Gesetz oder bloßer Gewalt massenhaft dieses Recht verletzt.

Deshalb rufen wir euch dazu auf, euch an der Demonstration, am 8. Mai um 14:00 Uhr am Friedrichsplatz in Karlsruhe zu beteiligen! Achtet auf euch und euer Umfeld! Lasst nicht zu, dass Flüchtlinge und Migranten kontrolliert bzw. deren Personalien festgestellt werden! Werdet aktiv – Organisiert euch – Plant und beteiligt euch an weiteren Aktionen!

Gegen den rassistischen Normalzustand! Für eine echte Globalisierung: Weltweite Mobilität für Menschen statt nur für Waren und Kapital! Für die Anarchie!

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5 May 2010

[11.05. 19:00] Vortrag & Diskussion: Beitragen statt Tauschen

11. Mai, 19.00 Uhr | Kohi Kulturraum, Werderstr. 47 Planwirtschaft, Werderstr. 28
Beitragen statt Tauschen
Christian Siefkes

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Diese Produktionsweise hat ausgereifte Betriebssysteme wie GNU/Linux sowie unzählige andere Freie Softwareprogramme hervorgebracht. Auch riesige Wissenssysteme wie die Wikipedia, eine große Bewegung Freier Kultur, und die sogenannte Blogosphäre – ein neues, dezentralisiertes Medium für die Verbreitung und Diskussion von Nachrichten und Wissen – sind auf ihrer Grundlage entstanden. Bislang wird diese neue Produktionsweise – Peer-Produktion genannt – allerdings nur bei Informationsgütern praktiziert.

Ist eine Gesellschaft möglich, in der Peer-Produktion die dominierende Produktionsweise ist? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, wo die Bedürfnisse, nicht der Profit bestimmen, was und wie produziert wird? Wo es keinen Bedarf gibt, irgendetwas zu verkaufen, und somit auch keine Arbeitslosigkeit? Wo Konkurrenz eher ein Spiel ist als ein Kampf ums Überleben? Wo es keinen Unterschied mehr zwischen Menschen mit und Menschen ohne Kapital gibt? Eine Gesellschaft, die keine Knappheit braucht und in der es dumm wäre, Ideen und Wissen geheim zu halten statt sie zu teilen?

Dr. Christian Siefkes ist Informatiker, Autor des Buches “Beitragen statt Tauschen” und Blogger unter www.keimform.de.

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23 March 2010
Libertäre Landkarte: Anarchistische Gruppen im deutschsprachigen Raum
- erstellt von der Anarchistischen Gruppe Mannheim

Libertäre Landkarte: Anarchistische Gruppen im deutschsprachigen Raum

- erstellt von der Anarchistischen Gruppe Mannheim

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7 December 2009

[9.12. 19:00] Offenes Treffen / Café im Dezember

Wie jeden zweiten Mittwoch im Monat laden wir am 9. Dezember um 19:00 Uhr zu unserem Offenen Treffen / Café in die Viktoriastraße 12 ein. Wir wollen mit dem Offenen Treffen eine Gelegenheit für alle Interessierten schaffen, mit uns in Kontakt zu treten, über das Leben ohne Chef und Staat zu philosophieren, gemeinsame Aktionen anzustoßen usw.

Das folgende Referat war schon für das letzte Treffen angekündigt, aber da kam eine Hörsaalbesetzung dazwischen. Diesmal aber wirklich:

Referat: Die Parlamentarismuskritik von Johannes Agnoli

Agnoli (1925-2003) gehörte zu den theoretischen Vordenkern der 68er-Studentenbewegung. Mit seinem Buch “Die Transformation der Demokratie” schuf er das Standardwerk zur radikaldemokratischen Wahl- und Pluralismuskritik in Deutschland nach 1967.

“Die Parlamentsparteien ernennen sich selbst zu den alleinigen Fundamenten des demokratischen Staates. Sie kämpfen untereinander um die Regierungsmacht und bilden dennoch eine symbiotische Einheit. […] [Der Bundestag] betätigt sich aber als verfassungsmäßig unumgängliches Instrument der Veröffentlichung von Beschlüssen, die durch das Zusammenwirken von Staatsapparat und gesellschaftlichen Machtgruppen zustande gekommen sind. Er fungiert also als Transmissionsriemen der Entscheidungen oligarchischer Gruppen.” – Johannes Agnoli, zitiert im Spiegel, 1968

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Themed by Hunson. Originally by Josh