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Über uns

Wir gründeten die Libertäre Gruppe Karlsruhe mit dem Ziel, anarchistisch denkende Menschen zu vernetzen. Das Potential an libertär gesinnten Menschen in Karlsruhe und Umgebung ist nicht zu verachten, nur an organisierten Strukturen mangelte es seit längerem. Dieses Potential zu nutzen, sich zu organisieren und den Anarchismus als wichtigen politischen Bestandteil in die Öffentlichkeit zu tragen haben wir uns zur Aufgabe gemacht. [mehr]

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23 August 2011

Aufruf zur Vorabend-Demo gegen den Papstbesuch in Freiburg

An­ti­se­mi­tismus – Pa­tri­ar­chat – Ka­pi­ta­lismus – WHAT THE FUCK?! Für die be­freite Ge­sell­schaft!

Am 24. und 25. Sep­tember 2011 kommt Jo­seph Rat­zinger, besser be­kannt als Papst Be­ne­dikt XVI, nach Frei­burg. Wir nehmen dies zum An­lass, um un­sere grund­sätz­liche Kritik an Re­li­gion, Kirche und den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nissen zu äu­ßern.

Das Mär­chen von Adam und Eva

Denn seit Jahr­hun­derten pro­pa­giert die ka­tho­li­sche Kirche eine zu­tiefst re­ak­tio­näre, wie re­strik­tive Se­xual­moral und stig­ma­ti­siert alle, die nicht ihrem kon­ser­va­tiven sowie he­te­ro­se­xu­ellen Fa­mi­li­en­bild ent­spre­chen, als Sünder_innen. Frauen werden – wenn es nach der ka­tho­li­schen Kirche geht – einzig auf wil­lige Ge­bär­ma­schinen re­du­ziert.

Je­doch sind diese pa­tri­ar­chalen Zu­stände nicht nur ein Sym­ptom einer re­li­gi­ösen Ge­sell­schaft und etwa durch einen sä­ku­laren Staat be­hebbar. Viel­mehr be­ein­flussen sich ge­sell­schaft­liche Ver­hält­nisse und Re­li­gion wech­sel­seitig als Ideo­logie, welche fest in Form von Wert­vor­stel­lungen und Rol­len­zu­schrei­bungen in dieser Ge­sell­schaft ver­an­kert ist.

Früh wurde eine re­strik­tive zwei­ge­schlecht­liche Rol­len­ver­tei­lung fest­ge­legt, welche sich auch im Zuge der In­dus­tria­li­sie­rung in Lohn­ver­hält­nissen ma­ni­fes­tiert hat. Wäh­rend weib­lich so­zia­li­sierte Men­schen den re­pro­du­zie­renden Part über­nehmen, der ge­ne­rell nicht ent­lohnt wird, sind es meist männ­lich so­zia­li­sierte Men­schen, welche für die Pro­duk­tion zu­ständig sind und somit die „Ver­sor­ger­rolle“ über­nehmen. Das „Weib­li­che“ wird dem „Männ­li­chen“ stets bei- oder un­ter­ge­ordnet.

Diese klar de­fi­nierte zwei­ge­schlecht­liche Rol­len­ver­tei­lung hat sich in den letzten Jahr­zehnten teil­weise auf­ge­weicht. Be­stimmte Werte, Normen und Vor­stel­lungen von „Mo­ral“ (He­te­ro­nor­ma­ti­vität, tra­di­tio­nelles Fa­mi­li­en­bild, …) sind je­doch nach wie vor vor­handen und werden ver­in­ner­licht. Ohne die Mög­lich­keit, sie klar zu de­fi­nieren und zu be­nennen, sind sie schwer an­greifbar und zu über­winden.

Un­sere in­zwi­schen sä­ku­lare Ge­sell­schaft bein­haltet aber nach wie vor Ele­mente einer christ­lich-kirch­li­chen Logik, die sich ganz kon­kret in kon­ser­va­tiver Fa­mi­li­en­po­litik oder re­strik­tiven Ab­trei­bungs­ge­setzen äu­ßern. Hier wird Men­schen mit dem Verbot von Ver­hü­tung und Schwan­ger­schafts­ab­bruch die Mög­lich­keit auf ein selbst­be­stimmtes Leben ver­wei­gert und eine ef­fek­tive Prä­ven­tion von HIV und an­deren Ge­schlechts­krank­heiten ver­hin­dert.

An­ti­ju­da­ismus, Pi­us­bru­der­schaft und deut­sche Leit­kultur

Schon früh ent­stand durch den Al­lein­gel­tungs­an­spruch des Chris­ten­tums eine an­ti­ju­dais­ti­sche Logik, in wel­cher Jüd_innen als „ver­stockte Got­tes­mör­der“ dä­mo­ni­siert, und mit einer Viel­zahl ne­ga­tiver Ei­gen­schaften be­legt wurden: Sie galten als „Brun­nen­ver­gif­ter“, „Kin­des­mör­der“, „reich“, „gei­zig“ und „lis­tig“. Das Bild des „jü­di­schen Wu­che­rers“ ver­fes­tigte sich früh, und wurde durch eine Ta­bui­sie­rung ge­wisser Be­rufs­zweige für Christ_innen ver­schärft.

Mit dem Auf­stieg des Chris­ten­tums zur Staats­re­li­gion wurde Hei­dentum und Hä­resie zum Staats­ver­bre­chen er­klärt und Jüd_innen ge­zielt ge­sell­schaft­lich aus­ge­grenzt. An­ti­ju­da­ismus wurde im Laufe der Ge­schichte immer wieder im Kon­text von Miss­ständen, Kreuz­zügen und Epi­de­mien von der Kirche auf­ge­nommen, pro­pa­giert und durch­ge­setzt. Dies äu­ßerte sich unter an­derem in Zwang­staufen, Ver­ket­ze­rung, Aus­gren­zung, Kri­mi­na­li­sie­rung, Stig­ma­ti­sie­rung, Hass­aus­brü­chen, Massa­kern bis hin zu or­ga­ni­siertem Mas­sen­mord.

Re­li­gi­öser An­ti­ju­da­ismus und ein auf einer Ras­se­n­ideo­logie be­ru­hender An­ti­se­mi­tismus sind nicht gleich­zu­setzen, aber auch nicht von­ein­ander zu trennen: Sie sind his­to­risch eng ver­wandt, be­dingten ein­ander und wirkten zu­sammen bis hin zum Ho­lo­caust.

Unter der Füh­rung von Rat­zinger kam es wieder zu einem Auf­leben des ka­tho­li­schen An­ti­ju­da­ismus, der sich unter an­derem in der Wie­der­auf­nahme der Bi­schöfe der kle­rikal-fa­schis­ti­schen Pi­us­bru­der­schaft samt des Ho­lo­caust­leug­ners Wil­liamson in die ka­tho­li­sche Kirche äu­ßerte: „Die Juden er­fanden den Ho­lo­caust, damit wir de­mütig auf Knien ihren neuen Staat Is­rael ge­neh­migen […] Pro­tes­tanten be­kommen Be­fehle vom Teufel, und der Va­tikan hat seine Seele dem Li­be­ra­lismus ver­kauft.“ (Ri­chard Wil­liamson im April 1989).

An­ti­se­mi­tismus auf der Basis des christ­li­chen An­ti­ju­da­ismus war und ist Teil der deut­schen Leit­kultur. Dass eine solche Ideo­logie im Rahmen eines Große­vents von Zehn­tau­senden ab­ge­feiert, von den Me­dien ju­belnd be­worben, sowie von der Stadt mit Mil­lionen Euro ge­för­dert wird, ist er­schre­ckend, aber nicht weiter ver­wun­der­lich.

„Opium des Vol­kes“

Re­li­gion bein­haltet für ihre Gläu­bigen ein „himm­li­sches“ Eman­zi­pa­ti­ons­ver­spre­chen von diesem welt­li­chen Elend. Dabei dient das Ver­spre­chen auf Er­lö­sung und die Hoff­nung auf ein Pa­ra­dies als Aus­flucht aus der welt­li­chen Un­ter­drückung, Aus­beu­tung und so­zialer Un­ge­rech­tig­keit. Das il­lu­so­ri­sche Glück der Gläu­bigen ist dabei der Aus­druck ihrer Un­fä­hig­keit und Macht­lo­sig­keit, die welt­li­chen und so­zialen Gründe ihres Elends zu fassen und prak­tisch zu über­winden.

Gleich­zeitig ist Re­li­gion je­doch nicht nur Aus­druck des Elends, son­dern re­pro­du­ziert dieses sogar teil­weise ver­schärft, indem Gläu­bige in ihr feste Ver­hal­tens­re­geln vor­ge­setzt be­kommen, die einem eman­zi­pa­to­ri­schen An­spruch klar ent­ge­gen­stehen. Die Angst um Sterb­lich­keit und „ir­di­sche“ Exis­tenz wird Grund­lage für ein mo­ra­li­sches Re­gel­werk, wel­ches Herr­schaft über den Men­schen – weit über sein ma­te­ri­elles Da­sein hinaus – ausübt und le­gi­ti­miert. Bei einem Ver­stoß gegen die „Spiel­re­geln“ und Ge­bote drohen nicht al­lein ma­te­ri­elle Kon­se­quenzen und Strafe, son­dern auch eine Be­stra­fung des Im­ma­te­ri­ellen – „der Seele“ – im Jen­seits.

Vor Allem in ihrer in­sti­tu­tio­na­li­sierten Form, wie z.B. in der ka­tho­li­schen Kirche fallen die ver­mit­telten Wert- und Mo­ral­vor­stel­lungen daher oft selbst hinter die gän­gigen Vor­stel­lungen in der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft zu­rück.

Die von der ka­tho­li­schen Kirche auf­ge­stellten Re­geln sind aber kei­nes­falls ewig und un­ver­än­der­lich, wie es ihr Ab­so­lut­heits­an­spruch na­he­legt, son­dern werden ab und an vom Nach­folger Petri – dem Papst – will­kür­lich neu fest­ge­legt (vgl. Ab­schaf­fung der Vor­hölle für un­ge­taufte Neu­ge­bo­rene) und um­de­fi­niert.

Pa­ra­dise now!

Die Kirche ist also keine ka­ri­ka­tive Seel­sor­ge­in­sti­tu­tion für In­di­vi­duen, son­dern ein Macht­in­stru­ment, wel­ches welt­liche Macht und Un­gleich­heits­ver­hält­nisse le­gi­ti­miert und aus­baut. Kritik an Re­li­gion ist für uns die Vor­aus­set­zung für die Kritik an einer Ge­sell­schaft, die Jahr­hun­der­te­lang maß­geb­lich durch die Ein­flüsse der christ­li­chen Kir­chen ge­staltet wurde.

Als eman­zi­pa­to­ri­sche Linke dürfen wir aber nicht bei der Kritik an Kirche und Re­li­gion ste­hen­bleiben, son­dern müssen die herr­schenden Ver­hält­nisse um­fas­send ana­ly­sieren und kri­ti­sieren, um sie eines Tages über­winden zu können. Wir streben eine Ge­sell­schaft an, in der die Be­dürf­nisse des Men­schen, und nicht eine re­li­giöse Ver­blen­dung und eine nach Pro­fit­ma­xi­mie­rung aus­ge­rich­tete Ver­wer­tung aller Le­bens­be­reiche, im Vor­der­grund stehen.

An­statt auf das Pa­ra­dies als „Wie­der­gut­ma­chung“ so­zialer Un­ge­rech­tig­keit auf Erden zu warten, haben wir den An­spruch, eine so­li­da­ri­sche, re­spekt­volle, ge­walt- und herr­schafts­freie, also eine eman­zi­pa­to­ri­sche Ge­sell­schaft auf­zu­bauen.

An­ti­se­mi­tismus – Pa­tri­ar­chat – Ka­pi­ta­lismus – WHAT THE FUCK?!
Für die be­freite Ge­sell­schaft!

Demo | Freitag, 23.09.2011 | 18:30 Uhr | Sie­ges­denkmal, Frei­burg
Achtet auf An­kün­di­gungen auf wtffr.blogs­port.eu!

Tags: t texte
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15 August 2011

Anmerkung der LGKa: Das wir irgendwelche Islamisten auch nich toll finden, müsste klar sein ;).

Gegen Rassismus, gegen Sozial-Chovinismus und gegen jeden religiösen Fundamentalismus!

Beteiligt euch an den Protesten gegen den Anti-Islamisierungskongress!

Tags: t
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25 March 2011

Libertäre Termine

Die Termine hier werden regelmäßig aktualisiert, also öfter reinschauen lohnt sich! Und nicht abschrecken lassen, wenn mal der Terminpost ganz am Anfang steht. :)

März 2011

April 2011

  • 23.4. (A)-Netzwerk-Soliparty, in der KTS in Freiburg, Infos folgen

Mai 2011

Juni 2011

Weitere linke Termine in Karlsruhe sind auch auf dem neu eingerichteten Karlsruher Linken Kalender zu finden. Termine von anarchistischen Gruppen des (A)-NetzwerksSüdwest* findet ihr HIER.

Tags: t termine
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19 October 2010

Libertäre Termine

Die Termine hier werden regelmäßig aktualisiert, also öfter reinschauen lohnt sich! Und nicht abschrecken lassen, wenn mal der Terminpost ganz am Anfang steht. :)

Oktober

  • 26.10. Demo gegen den hessischen Unternehmertag 2010, “Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Standortkonkurrenz – Die Krise heißt Kapitalismus!”, Weitere Informationen, 19 Uhr · Hbf Wiesbaden
  • 30.10.2010 “Holiday in Utopia” - AGM Soli-Party, 21.00 Uhr · JUZ · Käthe-Kollwitz-Straße 2-4 · Mannheim

November

  • 17.11. Von Jakarta bis Johannesburg: Anarchismus weltweit Buchvorstellung von Sebastian Kalicha, 19.30 Uhr in der Viktoriastr. 12 im Hinterhaus

Weitere linke Termine in Karlsruhe sind auch auf dem neu eingerichteten Karlsruher Linken Kalender zu finden.

Tags: t termine
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26 May 2010

29.05. Die 5-Stunden-Woche

29. Mai, 19:00 Uhr | Viktoriastr. 12, Karlsruhe

Die Ursache der Not, insbesondere in den nicht industrialisierten Ländern, sowie die Ursache dafür, daß wir heute 40 Stunden pro Woche und mehr arbeiten, liegt darin, daß heute 3/4 aller Weltbürger (Menschen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren) von den notwendigen güterwirtschaftlichen Arbeiten durch die Geldwirtschaft ferngehalten werden, so daß auch ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung der Massenarbeitslosigkeit unterliegt. Mit einer weltweiten Einbindung der Arbeitslosen in die Produktion, einer Verbreitung modernster umweltschonender Produktionsmittel zur Anhebung der Produktivität, der Abschaffung des eigentumsbasierten Handels und des Privateigentums an Grund, Boden und Produktionsmittel, sowie der Nutzung des Energieträgers Wasserstoff können wir mit nur 5 Stunden Arbeit pro Woche leben. Dies ist mit dem gleichen Luxus und Lebensstandard wie 1989 in der BRD möglich.

In Zusammenarbeit mit dem Föderverein Freie Bildung e.V. Mehr unter www.5-stunden-woche.de

Danach Cocktails und veganes Grillen in der Viki!

Tags: t termine
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Themed by Hunson. Originally by Josh